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In dieser Rubrik unserer Online-Zeitung bieten wir Ihnen News aus allen Teilen der Wirtschaft, über Unternehmen, Veränderungen, Perspektiven und Ergebnisse.

Amtsgericht Essen stimmt Karstadt-Verkauf an Berggruen zu

Das Amtsgericht Essen hat dem Verkauf der insolventen Kaufhauskette Karstadt an den Investor Nicolas Berggruen zugestimmt.Amsterdam - Über ein Jahr nach der Pleite von Karstadt steht die Kaufhauskette vor einem Neuanfang. Das Amtsgericht Essen stimmte dem Verkauf des Unternehmens an den Investor Nicolas Berggruen zu. Zuvor hatten nach wochenlangem Ringen die Besitzer der Karstadt-Immobilien den für den Verkauf notwendigen Mietvertrag unterschrieben.

"Karstadt wird ein sehr aufregendes Leben haben. Und ich bin irrsinnig glücklich, dass ich dabei bin", sagte Berggruen in Berlin. Der US-deutsche Investor hatte bis zuletzt um Mietnachlässe gerungen, ohne die der Kaufvertrag für Karstadt nicht in Kraft getreten wäre.

Zuletzt unterschrieben den neuen Vertrag aber alle Gläubiger des Vermieterkonsortiums Highstreet, nachdem sie am Vortag schon ihre grundsätzliche Zustimmung gegeben hatten.

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Berggruen dankte Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg für seine Arbeit und Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) für ihre Vermittlung. Der Investor sagte, "in Wahrheit" halte er "nur ein Amt: Ich sehe mich heute als Arbeiter für Karstadt. Ich arbeite für Euch", sagte er in einem Karstadt-Haus am Berliner Kurfürstendamm unter dem Applaus von Mitarbeitern des Konzerns.

Insolvenzverwalter Görg erklärte, Berggruen habe "beharrlich, konsequent und verlässlich die Verhandlungen geführt". Besonders erfreut zeigte er sich in Berlin, "dass ich die Rolle, die mir zugefallen ist, heute aufgeben kann. In den vergangenen Tagen hat das Telefon im Stundentakt geklingelt, auch mitten in der Nacht." Die Schlüssel der Essener Zentrale sollten am 30. September an Berggruen übergeben werden.

Arbeitsministerin von der Leyen betonte, "Karstadt ist noch nicht über den Berg. Aber wir werden das Unternehmen wieder flottkriegen mit Berggruen." Die Kaufhauskette mit ihren 25.000 Mitarbeitern habe nun "eine ganz reelle Chance". Die Vizechefin der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Margret Mönig-Raane, sagte, es sei "ein Tag der Dankbarkeit und Freude". "Es hat uns viel Kraft und Zuversicht gekostet. Es ist für uns eine Erleichterung."

Im Juni 2009 waren der Arcandor-Konzern und damit seine Töchter Karstadt und Quelle im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise pleite gegangen. Im Rahmen eines Sanierungsplans wurde ein kleiner Teil der Kaufhäuser geschlossen, der Rest blieb erhalten und ein Käufer wurde gesucht. Berggruen erhielt den Zuschlag im Juni.

©AFP 2010
Foto: Stephanie Pilick

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