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Die Welt ist kein Dorf. Mit Berichten und Nachrichten in dieser Rubrik im Paderborner-Blatt können Sie von der Vielschichtigkeit unserer Welt erfahren.

Karsai setzt Rat für Friedensverhandlungen mit Taliban ein

Kabul - Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat die Einsetzung eines Rates für Friedensverhandlungen mit den Taliban verkündet. Das Gremium sei ein "bedeutender Schritt auf dem Weg zu Friedensverhandlungen" mit den Islamisten, erklärte Karsai in Kabul. Ziel sei die Beendigung des fast neunjährigen Aufstands in dem Land am Hindukusch.

Berater Karsais arbeiteten an einer Teilnehmerliste, heißt es in der Erklärung. Dem Rat für Friedensverhandlungen sollten "Dschihadführer, einflussreiche Persönlichkeiten und Frauen" angehören. Die Einladungsliste sollte nach dem Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan, der mit dem Fest des Fastenbrechens endet, in der kommenden Woche veröffentlicht werden.

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Karsais Plan für einen Rat für Friedensverhandlungen war im Juni von einer großen Friedensdschirga in Kabul gebilligt worden. In dieser Dschirga saßen religiöse Würdenträger, Politiker und Vertreter der Zivilgesellschaft.

Die USA waren gemeinsam mit Verbündeten 2001 in Afghanistan einmarschiert und hatten die radikalislamischen Taliban gestürzt. Seitdem dauert der blutige Aufstand an. Die Zahl der Angriffe Aufständischer auf die internationalen Truppen verstärkte sich in den vergangenen Wochen deutlich. Derzeit sind am Hindukusch mehr als 140.000 ausländische Soldaten im Einsatz, mehr als zwei Drittel von ihnen sind US-Soldaten. Insgesamt wurden in Afghanistan seit Januar 485 ausländische Soldaten getötet, nach 521 im gesamten Jahr 2009.

Bei einem Anschlag in der nordafghanischen Stadt Kundus wurden sieben Menschen getötet. Wie die Behörden mitteilten, war der Sprengsatz an einem Motorrad befestigt. Er sei hochgegangen, als ein Polizeifahrzeug den Marktplatz passiert habe. Bei den Toten handele es sich um vier Polizisten und drei Zivilisten. Drei weitere Zivilisten seien verletzt worden. In Kundus sind auch Bundeswehrsoldaten stationiert. Die nordafghanische Provinz galt lange Zeit als vergleichsweise ruhig, mittlerweile sind auch dort Anschläge häufig.

©AFP 2010

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